MEXIKO
Im Land zwischen Pazifik und Karibik
Golf bei Olmeken, Azteken und Maya
Haben Sie, liebe Leser, schon einmal in der Gesellschaft von Alligatoren, großen bunten Vögeln und langschwänzigen Iguanas (mittlere Echsen) abgeschlagen auf Golfplätzen, die direkt aus dem Dschungel und Fels herausgeschlagen worden sind oder sich in wüstenähnlicher Landschaft direkt am Meer befinden; wo die Wale mit Schwanzflossen grüßen oder in Yucatán Rosa-Flamingos an den Karibikküsten flügelschlagend zum Birdie gratulieren – wo Ihnen wunderschöne Natur und an vielen Stellen großartige Kultur und immer liebenswerte Menschen begegnen? – Nun, dann ist es Zeit – das bunte Golf- und Reiseland Mexiko erwartet Sie!
Wenn nicht den Schotten die Erfindung des Golfspiels zugeschrieben wäre, müsste man darüber nachdenken, ob es denn nicht die Mayas auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan waren, die ein zumindest ähnliches Spiel bereits im 15. Jahrhundert lange vor Schotten und Spaniern spielten. Sie nannten es Pelota. Mit einem Stock wurde ein Kautschukball in ein Loch getrieben. Das Loch war allerdings nicht im Boden, sondern befand sich in einem aufgestellten steinernen Ring oder in einer Wand. Ähnlichkeiten sind unverkennbar.
Es waren Leute von den britischen Inseln, die Jahrhunderte später in der Pachuca-Silbermine die ersten Golflöcher anlegten. Der erste echte Golf Course entstand vor mehr als hundert Jahren 1905 in San Pedro de los Pinos, einer Vorstadt von Mexiko City. Doch erst in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde Golf in Mexiko für den Tourismus entdeckt. Und in den 90er Jahren ging die Golfpost dann richtig ab.
Heute – über 100 Jahre nach Gründung des ersten Clubs - sind in den Estados Unidos Mexicanos über 150 Golfanlagen vorhanden, von denen über 100 allerdings private Clubs sind und Golf nur auf Anfrage möglich ist. Immerhin gibt es 25 rein touristische Resort Courses, bei denen man wohnen und Golf spielen kann. Sieben sind Semi-Private Courses, Gäste sind dort willkommen, bei weiteren fünf kann man auf pay-and play-Basis spielen.
Die Explosion des Golfspiels in Mexiko ist absolut nicht auf das Kernland beschränkt, auf Inseln und Halbinseln sind in höchst unterschiedlicher Natur und oft kombiniert mit kulturhistorischen Highlights golf-touristische Zentren entstanden – das gilt für die Gegend um Mexiko City herum genauso wie für die Mexikanische Riviera am Pazifik zwischen Acapulco und Mazatlan, die Baja Norte und Sur sowie für die Halbinsel Yucatan, die Bundesstaaten Quintana Roo und Yucatan. Und diese Zentren des mexikanischen Golfspiels sollen Ihnen, liebe Leser – natürlich auch unter Berücksichtigung von mexikanischen Kultur- und Naturdenkmälern – jetzt vorgestellt werden.
Folgt man der Geschichte Mexikos, auch seiner Golfgeschichte, dann muss jede Reise in Mexiko City beginnen. Hier rangiert Golf sicher erst an dritter oder vierter Stelle. Aber es gibt auch kaum einen besseren Ausgangspunkt, an dem man die mexikanische Kultur und Historie (Museen, die Kunst Diego Rivieras, die Plaza de las Tres Culturas und die Wallfahrtskirche Santa Maria de Guadeloupe, die Baudenkmäler der aztekischen „Stadt der Götter“, Teotihuacan, und die Hauptstadt der Tolteken, Tula, erleben und mit dem Erlebnis der indianischen Kunst auf den Märkten in Toluca und der spanischen Imperial-Kultur in Cuernavaca verbinden kann. In diesem Zentrum der Bundesstaaten Mexiko, District Federal, Staat und Morelos kann man auch Golf spielen. Die meisten Plätze im Valle de Mexico sind privat. Empfohlen sei der Club de Golf Capal, der Club de Golf San Carlos (18 Löcher) in Toluca und einer der besten von ganz Mexiko, der Club de Golf Los Tabachines (18 Löcher) in Cuernavaca, nicht sehr weit vom Palast des spanischen Eroberers Hernan Cortez entfernt.
Als golf-touristische Zentren haben sich insbesondere die mexikanische Riviera am Pazifik zwischen Acapulco und Mazatlan, und damit Teile der Bundesstaaten Guerrero, Jalisco, Nayarit, Colima und Sinalora entwickelt. In der Provinz Oaxaca, genauer in Huatulco, südlich von Acapulco, wurde mitten im tropischen Urwald das Golfresort Tangolunda errichtet (18 Löcher). In Acapulco/Ixtapa sind die ersten Golfresorts entstanden und mit dem Acapulco Princess (18 Löcher) auch heute noch vorhanden. Fünf Resort Courses, darunter auch der Mayan Palace Course in Acapulco, das Marina Golf Resort in Ixtapa und der Ixtapa Golf Club, wo sich in und an kleinen Seen muntere Alligatoren aalen, warten auf Besucher.
Weiter nördlich auf dem Sonnenpfad entlang der Pazifikküste befinden sich in der Gegend von Manzanillo eines der berühmtesten Golf Resorts Mexikos, das Las Hadas Golf & Resort (18 Löcher), und die 27 Löcher des Isla Navidad Resorts. Mit Manzanillo beginnt die mexikanische Riviera erst richtig.
Im Norden schließen sich in den Provinzen Jalisco und Nayarit Puerto Vallarta und Nuevo Vallarta an, wo sich die Golf Resorts und Semi-Private Clubs (hier kann auf Green Fee-Basis gespielt werden) geradezu aneinander reihen. Da sind unter anderen El Tamarindo (18), Marina Vallarta (18) und die Vista Courses von Jack Nicklaus und Tom Weiskopf (je 18). Im Hinterland, in Guadelajara, sollte man sich El Palomar Country Club (18) gönnen, in Nuevo Vallarta die Golf Courses des Four Seasons Punta Mita (18), des Mayan Palace (18) und des Flamingo Golf (18).
Die Pazifik Riviera endet dort, wo die pazifische Meeresbucht Baja California beginnt, im Bundesstaat Sinalora und damit Mazatlan. Hier empfangen die Golfreisenden die beiden Superanlagen des El Cid Golf & Country Club (27 Löcher) und die Estrella del Mar Golf Clubs (18).
Auf der Halbinsel Baja California, die in Baja Norte und Sur unterteilt ist, hat im Norden, direkt an der US-amerikanischen Grenze, der Golfsport früh begonnen und durchaus Spuren hinterlassen, die sich wie etwa Real de Mar (18) in Rosarito und im Golfresort La Venta (18 Löcher) in San Felipe absolut zu spielen lohnen. Vor allem aber ist es ein Auftakt nach Maß für die Reise in die Baja Sur, wo mit Los Cabos am südlichen Zipfel der Halbinsel ein wahres Golf-Mekka wartet. Auf Land gibt es großartige Resorts, Sand- und Steinwüste mit den grünen Einsprengseln der Golfbahnen, im Pazifik freuen sich Delphine, Wale und Seelöwen über die winkenden Menschen an Strand und Küste.
Sechs Golfresorts, dazu 2 Courses mit Tages-Greenfee stehen bereit, um Golfreisende aus aller Welt willkommen zu heißen. Darunter befinden sich Courses wie die des Palmilla Resorts (27 Löcher), des weltberühmten Cabo Real und Cabo del Sol (2 x 18).
Hier hat vor allem Jack Nicklaus seine Design-Spuren hinterlassen (in Los Cabos allein drei Mal), aber auch Robert von Hagge und Tom Fazio sind vertreten. Wie sich überhaupt in Mexiko, was die Golf-Platz-Gestaltung betrifft, nahezu alle großen Golf-Architekten mit besonderen Werken verewigt haben. Die Liste der großen Namen reicht von dem Schotten Alister Mackenzie (Tijuana) über Robert Trent Jones, Fazio, Weiskopf zu dem weltbekannten Altmeister Lee Trevino und dem einheimischen Hero Jaime Padillo.
Dies setzt sich auf der karibischen Seite Mexikos fort. Hier hat sich insbesondere an der Halbinselspitze von Yucatan im Bundesstaat Quintana Roo in den vergangenen zehn Jahren ein wahrer Golf-Boom abgezeichnet. Cancun und Playa del Carmen an der May-Riviera haben neue Zeichen auch für Golf-Touristen gesetzt, die sich im Dezember 2007 auch dadurch dokumentieren, dass zum ersten Mal die größte Golfreise-Messe der Welt, die IGTM, in Mexiko, in Cancun stattfand. Resorts und Golf Clubs reihen sich wie Perlen aneinander. Darunter befinden sich der Club de Golf Hilton (18 Löcher), der Golf Club at Moon Palace (18), der El Camaleon at Mayakoba (18) und Playacar Club de Golf (18).
Hervorzuheben in ganz besonderer Weise ist der Club de Golf Cancun Pok-Ta-Pok. Auf seinen 18 großartigen Spielbahnen trifft man einige Maya-Ruinen an, die der Architekt Robert Trent Jones fein in das Spiel einbezogen hat.
Und so schließt sich der mexikanische Kreis aus Natur, Geschichte und Kultur dort bei den Mayas auf Yucatan, wo mit Stock und Stein vor Hunderten von Jahren – zumindest golf-ähnlich – das Golfspiel zwischen Karibik und Pazifik begann.
Gute Reise, bunte Erlebnisse und –
schönes Spiel!

